P-277 Franz Fedier; Kunst und Bau, Gebrauchsgrafik (1950 (ca.)-2009)

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Ref. code AP:P-277
Title:Franz Fedier; Kunst und Bau, Gebrauchsgrafik
Inhalt:Franz Fedier absolvierte von 1939 bis 1941 eine Lehre als Flachmaler in Brugg und besuchte während eines Semesters die Kunstgewerbeschule Luzern bei Max von Moos. Schüler von Heinrich Danioth, dem er bei der Ausführung von Wandbildern half. 1945 übersiedelte Fedier nach Bern, wo er als Zeichner in einem Reklamebüro tätig war. Die Öffnung der Grenzen nach dem Zweiten Weltkrieg benützte der Künstler zu Reisen nach Italien, Spanien, Portugal und Holland sowie zwei längeren Aufenthalten in Algerien. Es folgten Studienaufenthalte in Paris. Dort besuchte er die Académie de la Grande Chaumière, das Atelier 17 von Stanley William Hayter und die Académie Fernand Léger. Ab 1952 freischaffender Maler in Bern. 1949 Stipendium der De-Harris-Stiftung und 1955 der Kiefer-Hablitzel-Stiftung, Bern. 1966–1987 Leiter der Malklasse an der Kunstgewerbeschule in Basel. Ab 1985 Mitglied und von 1987 bis 1992 Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission. 1985–87 Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission für angewandte Kunst.

Fedier ist einer der bedeutendsten Exponenten abstrakter Malerei in der Schweiz. Nach figurativen Anfängen folgen in den 1950er-Jahren Bilder in Anlehnung an das Informel. In Werkgruppen wie Spuren oder Fliessende Farben (Regenbild, 1959; Salzegg, 1959) zeigt sich jedoch weniger die subjektive Geste als vielmehr der Materialprozess die Malerei. Die Wahl der Farbqualität (Öl, Kunstharzfarbe) mit ihren Eigenschaften (Konsistenz, Transparenz, Fliessen, Trocknen), des Bildträgers (Leinwand, Jute), des Malortes (Boden, Wand) ist bildentscheidend.

In den 1970er-Jahren erfolgt eine Geometrisierung der Formensprache. Elemente der Hard-Edge-Malerei und der Minimal Art erweitern das Ausdrucksspektrum. Die persönliche Handschrift wird ersetzt durch einen anonymen Farbauftrag. In den Farbformen wird ein Raster durch Abdecken der Leinwand mit Klebeband im Voraus festgelegt. Es entstehen Streifenbilder mit parallel geführten Bändern, die streng horizontal oder vertikal, entweder aufeinanderprallend oder auseinanderlaufend angeordnet sind (Salbitschyn, 1971), mit schräggeneigten Feldern (Spektrum, 1974–75) oder perspektivisch zu Rauten verzogenen Würfeln (Farbkuben, 1994). In anderen Bildern wird das Formgerüst durch Farbe optisch verändert. Es resultieren gekrümmte Linien, «eingesperrte» und zur Vibration gebrachte Farbräume (Streifen [Farbkäfig], 1976).

Im Spätwerk gelangt Fedier zu einer Synthese der ersten und zweiten Schaffensphase: objektive und individuelle Ordnungen überlagern sich. Mit Balken, Dreiecken und quadratischen Rahmen baut Fedier lichte Strukturen auf, die sich in transparenten Mustern über das Bild ausbreiten. Mit Schablone und Schwamm arbeitend, grenzt er manche Flächen durch dunkle Konturen hart ab und hebt sie plastisch hervor, andere stuft er durch weichen Farbauftrag zurück. Kaum merkliche Unschärfen dynamisieren die Bildfläche. Es entstehen virtuelle Räume, die sich in imaginäre Tiefen oder in den Realraum fortzusetzen scheinen (Blaues Wunder, 1989; Euphemismus, 1993).

Ab dem Zeitpunkt, als er Schüler von Heinrich Danioth war, arbeitete er auch immer wieder an diversen "Kunst am Bau"-Projekten. In diesem Privatarchiv sind viele vorausgehende Pläne, Entwürfe und Studien zu Projekten rund um Kunst am Bau abgelegt. Einige von Ihnen wurden realisiert, andere nie ausgeführt.
Creation date(s):between approx. 1950 and 2009
Comments:Aufgrund der unterschiedlichen Formate der Dokument und Objekte ist ein Teil des Bestandes bei der KaKuKuSa und ein Teil im Planschrank 8 abgelegt.
 

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Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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