P-271 Hans Beat Wieland, Landschaftsmaler (1853-1945)

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Ref. code AP:P-271
Title:Hans Beat Wieland, Landschaftsmaler
Inhalt:Nachlass des Künstlers Hans Beat Wieland (1867-1945), dokumentarischer Teil
Creation date(s):1853 - 1945
Archival Material Types:Verschiedenes
Comments:Hans Beat Wieland (geb. 10. Juni - einige Quellen sprechen vom 11. Juni - 1867 in Mörschwil, gest. 23. August 1945 in Kriens) war ein Schweizer Landschaftsmaler, der sich mit Vorliebe Bergmotiven widmete. Einer alteingesessenen Familie entstammend, wuchs er in Basel auf und studierte ab 1885 in München, wo er u. a. die Akademie der Künste besuchte. Bald schloss er sich der sogenannten Münchner Secession an, einer Gruppe von Künstlern, die die zeitgenössische Ateliermalerei ablehnte und stattdessen mit der Leinwand in die freie Natur zog.

Wieland war auch begeisterter Bergsteiger und mit jungen Jahren schon Mitglied der des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV) sowie des Schweizer Alpen-Clubs (SAC, Sektion Gotthard).

1896 und 1897 reiste er – als einer der ersten Polartouristen der Geschichte – mit einem Passagierdampfer von Deutschland zum hocharktischen Archipel Spitzbergen. Auf den Reisen führte er Tagebuch und schuf ausserdem die wohl erste umfassende Werkgruppe zu Spitzbergen.

1898 heiratete Wieland seine Künstlerkollegin Elsa Henkell (1873-1942, aus der Sektfabrikanten-Dynastie). Das Paar hatte drei Kinder: Klaus Peter (1904-1960), Beata (1905-1961) und Richard Rudolf (1907-1997). Die Familie lebte in München und am Ammersee. Wieland gewann zahlreiche Kunstpreise und wurde in verschiedene Gremien gewählt, u. a. 1905 in die eidgenössische Kunstkommission. Er avancierte zu einem weitherum bekannten Maler, sowohl in Publikums- wie in Kritikerkreisen. Man handelte ihn neben Ferdinand Hodler als einen der wichtigsten Vertreter einer eigentlichen Schweizer Schule.
Während des Ersten Weltkrieges reiste Wieland als Kriegsmaler des österreichisch-ungarischen Heereskommandos an verschiedene Fronten. 1918 übersiedete mit seiner Familie nach Schwyz. Ungefähr zur selben Zeit mehrten sich Stimmen, die seine Art zu malen und seine Kunstauffassung als veraltet kritisierten. Das «Stammpublikum» hielt ihm jedoch die Treue.

Etliche seiner Gemälde fanden als Druckgrafiken weite Verbreitung. Wieland gestaltete auch Fresken in verschiedenen Bahnhöfen, u. a. in Basel, Genf sowie im alten Bahnhof Luzern (wobei sich zwei dieser Fresken seit dem Brand 1971 im Bahnhofsbuffet Göschenen befinden). Zudem arbeitete er als Grafiker und verantwortete neben zahlreichen Werbe- und Abstimmungsplakaten eine Briefmarkenserie für Pro-Juventute (1932). Verschiedene Museen widmeten ihm Ausstellungen.

Die letzten 15 Lebensjahre verbrachte Wieland mit seiner Familie in Kriens. Nach seinem Tod geriet er rasch in relative Vergessenheit. Ab den späten 1960er-Jahren erinnerten einige Ausstellungen, die grösstenteils von seinem Sohn Richard Rudolf initiiert worden sind, an Wielands einstige Bedeutung in der Schweizer Kunstgeschichte. 1996 veranstaltete das Bündner Kunstmuseum die bisher letzte grosse Werkschau. (Stand 2020)

Hans Beat und Elsa Wieland-Henkell wurden in Luzern/Kriens begraben. Auf Wunsch des Sohnes Richard Rudolf überführte man die sterblichen Überreste in den 1990er-Jahren nach Thalwil. Das Familiengrab Wieland ist am 21. Juni 2017 aufgehoben worden.

Der künstlerische Nachlass Hans Beat Wielands sowie das von Richard Rudolf Wieland geführte Werkverzeichnis befinden sich bei der "Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte" (SKKG).

Der dokumentarische Teil des Nachlasses von Hans Beat Wieland ging dem StAUR hauptsächlich von der "Stiftung Hans Beat Wieland" zu (Details siehe P-279/428-2); die Übergabe fand 2001/2002 in vier Tranchen statt. 2017 und 2019 kamen via die Enkelin Monica Wieland zusätzliche Archivalien hinzu. Ausserdem hat das StAUR 2019 von der SKKG den Nachlass von Hans Beat Wielands Sohn Richard Rudolf Wieland übernommen (siehe P-279, hauptsächlich Hans Beat Wieland betreffend), und einige Archivalien wurden nachträglich in den Nachlass Hans Beat Wielands integriert.

Im Rahmen der Bewertung wurden einzig Duplikate kassiert. Bei der Erschliessung ist die ursprüngliche, durch Hans Beat und Richard Rudolf Wieland vorgenommene Aktenordnung weitestgehend beibehalten worden.

Nachlass-Highlights:
- Umfassende Korrespondenz- und Fotosammlung
- Umfassende Dokumentation des Münchner Künstler-Szene um die Jahrhundertwende
- Zahlreiche Tagebücher; von Interesse dürften sein insbesondere: Amerika 1893 (Weltausstellung Chicago), Spitzbergen 1896 und 1897, sechs Frontreisen während des Zweiten Weltkrieges
- Umfangreicher Pressespiegel
- Private Einblicke in die Sektfabrikantendynastie Henkell (Fotos, Korrespondenz)
 

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Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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