P-52 Künstlerischer Nachlass Erna Schillig (*1900, †1993) (1713 (ca.)-1993)

Archive plan context


Ref. code AP:P-52
Title:Künstlerischer Nachlass Erna Schillig (*1900, †1993)
Inhalt:Nachlass mit Kunstwerken und einzelnen privaten Unterlagen der Urner Künstlerin Erna Schillig, Altdorf (*1900, †1993).

Erna Schillig ist in Altdorf aufgewachsen und machte eine Ausbildung als Krankenschwester, obwohl ihr künstlerisches Potenzial bereits früh erkannt und durch ihre Familie gefördert wurde. Als Krankenschwester arbeitete sie einige Jahre in der Westschweiz und kehrte aus gesundheitlichen Gründen 1925 in den Kanton Uri zurück. Hier suchte sie Erholung bei der Arbeit im Atelier von Heinrich Danioth, den sie bereits seit ihrer Kindheit kannte. Daraufhin ging Erna Schillig nach Karlsruhe an die Badische Landeschule zum deutschen Künstler August Babberger (1885-1936). Von 1927-30 besuchte sie bei ihm die Fachklasse "Dekorative Malerei und Wandmalerei", wurde zu seiner Meisterschülerin und dann zu seiner Privatschülerin und Mitarbeiterin. Später wurde sie seine Lebenspartnerin. Aus der engen Zusammenarbeit mit August Babberger entstanden einige Gemeinschaftswerke, wie zum Beispiel der Trachtenteppich, der an der Weltausstellung Paris 1937 gezeigt wurde.
Während den Sommermonaten kehrte Erna Schillig immer in ihre Heimat zurück und verbrachte gemeinsam mit August Babberger viel Zeit auf dem Klausenpass, wo ihre Familie das Klausenpasshotel führte. Um Babberger bildete sich der "Urner Kreis", der aus verschiedenen Urner Künstschaffenden bestand.
Als August Babberger Karlsruhe in den 30er Jahren wegen aufkommenden Nationalsozialismus verlassen musste, ging er in den Kanton Uri, wo er 1936 in Altdorf verstarb. In der damaligen Zeit verliess auch Erna Schillig Karlsruhe und zog nach Altdorf.
Nach Babbergers Tod liess sich Erna Schillig bei Ernst Morgenthaler (1937-1941) und später bei Landschaftsmaler Albert Schnyder in Delsberg im Jahr 1942 weiterbilden.
1946 wurde sie durch den Direktor Josef Mühle nach Luzern an die Gewerbeschule gerufen und übernahm die Abteilung kirchliches Textil (Paramtentenabteilung), welche sie bis 1967 erfolgreich führte.
1960 wurde sie durch den Kanton Luzern zur Professorin ernannt und im selben Jahr wurde sie Mitglied der eidgenössischen Kommission für angewandte Kunst (als einzige Frau) und konnte so das Kunstschaffen in der Schweiz weitgehend mitbestimmen. Weitere Delegationen (verschiedene Gremien, auch international) folgten, 1964 bspw. wurde sie zur Delegierten am Weltkongress des World Craft Council an der Columbia-Universität in New York ernannt (1966-69 war sie Mitglied im Direktorium).
1993 verstarb Erna Schillig in Altdorf.

Der künstlerische Nachlass beinhaltet zahlreiche Zeichnungen (darunter Entwürfe und Skizzern), sowie Malereien (auch Putzarbeiten), Drucke (vorwiegend Holzschnittserien) und Textilarbeiten. Neben den künstlerischen Arbeiten sind einzelne schriftliche Dokumente (vorwiegend Briefe und Grusskarten) enthalten, sowie fotografische Dokumentationen zu ihren künstlerischen Arbeiten. Vereinzelt sind auch Fotografien zur Künstlerin selbst und ihrem Umfeld (Familie und "Urner Kreis") vorhanden, sowie Werke befreundeter Künstler (v.a. von August Babberger).
Creation date(s):approx. 1713 - 1993
Archival Material Types:Verschiedenes
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: https://scope.ur.ch/scopeQuery/detail.aspx?ID=11060
 

Social Media

Share
 
Home|Login|de en fr it
Archival catalog